Nach der Wüste

heisst es erstmal frieren… am Weg in die Berge und Schluchten. Wunderschöne Landschaften, Steppen, Hochebenen, und viele Schluchten und Flußtäler; Schokoberge wie vom Konditor gemacht; Farben zwischen schwarz und rot und ocker.


Jetzt sitz ich an einem Campingplatz in der Dadesschlucht-und endlich ist die Sonne auch hier angekommen, dann sind die immerhin 4 Grad von heute früh schnell vergessen. Gestern waren´s -2!! da hab ich zum ersten Mal ganz allein gestanden. Das Gasthaus mit Camping im Hof war zu und ich hab mich dann einfach hingestellt, weil es auch schon kurz nach Sonnenuntergang war. Nach ca 1 Stde kam ein Moped….ich alles zu und verriegelt und mich unsichtbar gemacht. Kam nix. Kein Klopfen oder Schlimmeres. Am nächsten Morgen war da da ein Mann, der auf dem Hof rumwerkelte, ganz friedlich…. naja die Nacht war nicht so super bezüglich Schlaf-aber der unglaublichste Himmel, weil weit und breit kein Licht. Muss gut über 2000 Meter hoch gewesen sein.


Dann ganz früh-noch vor den meisten Händlern in der Todraschlucht-sehr beeindruckend.

In Tinghir hab ich dann 2 schöne bunte Kelims in einer Kooperative gekauft, für David und Marlon als Weihnachtsgeschenk. War irgendwie anstrengend und mir sind zum ersten Mal die ganzen Sprüche:“Hello, where do you come from, Bonjour Madam,….“ auf die Nerven gegangen. Auch der Typ, der mich in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Französisch zu dieser Koop geführt hat, durch den Suk und immer betont hat: „No money, just help….“ dann hat er mich noch in ein Restaurant seiner Empfehlung verfrachtet-was wirklich gut war und danach hab ich die Stadt fluchtartig verlassen und war zum ersten irgendwie „fucked up“ auf meiner Reise. Er war irgendwie schmierig oder ich einfach durch mit der bunten Welt hier….
Jetzt hab ich gut geschlafen und erfolgreich alle Versuche des freundlichen Campinginhabers mir eine besondere Führung durch die Schlucht zu geben, abgewehrt. Kann auch grad kein Französisch mehr hören nach der Wüstentour mit den 3 Französinnen. Muss nicht alles sehen und alle TopSehenswürdigkeiten mitkriegen- will einfach in Ruhe und Stille geniessen wo ich bin. Selbst das ganz Gewöhnliche hier ist mir interessant genug. Immer wieder die Frauen und wenn es möglich ist in den Oasen und Dörfern, ein Kontakt mit ihnen-und v a das Land.

So jetzt aber endlich zur WÜSTE:
Eigentlich hab ich keine Worte.
Die Landschaft der Sanddünen hat sich in meine Seele geschmiegt. Ich bin gewandert, auf meinem Dromedar geritten, die steilen Dünen runtergerannt oder gerutscht, gesessen und geschaut, geschaut, und noch mehr geschaut.

Wüste ist Stille in Landschaft…. und zugleich so sexy


Ich hab die erste Nacht draussen geschlafen in der Minioase, zu der wir als erstes gewandert sind. Immer wieder wach und staunend in dieses Himmelsrund blickend; mich so sehr aufgehoben gefühlt.


Die zweite Nacht war bei BerberNomaden im Berberzelt mit den anderen 3 Frauen nach einem Abendessen, das die Berberfrauen gemacht hatten-Tagine, eh klar. Lustige Begegnungen ausserhalb von geteilter Sprache mit den 3 Frauen und Kindern dort. Schwarze Steinwüste weit und breit – irgendwie nix. Auch da kann man leben, eine Ziege, ein Schaf, Hühner, Kaninchen, Tauben.
Die letzte Nacht war in einem Dorf wo die Gnaoua Musiker leben bei einer recht armen Familie, welche über die Assoziation eine Toilette mit Duschmöglichkeit eingebaut wurde-wie im Womo. Die Musiker mussten leider am Abend Fussball schauen und so hatten wir nur eine kurze session mit ihnen am nächste Morgen.


4 Tage, 3 Nächte, Dünen und meist gelbe Sandwüste, Steinwüste, meist schwarz, als ob wer Holzkohle ausgekippt hätte, Bergzüge mit Minen, Steppe mit kleinen Dünen.


Der Abschied ist mir schwer gefallen, noch dazu wo es ein Angebot gab mit einem unserer Führer, dem jungen Hassan, mitzugehen auf eine Wanderung bis Zagora, der anderen Dünenlandschaft mit Übernachtungen bei Berbern, die noch wirklich Nomaden sind-und einem Japaner, der jedes Jahr kommt.
Ich bin noch 2 Tage in Hassi Liabad geblieben im Hof der Kasbah OASIS und hab mich dort schon fast zuhause gefühlt. es gehört der Familie von Youssef mit dem wir unterwegs waren und der auch diese Assoziation leitet. Ich werde wiederkommen.

Jetzt geh und fahr ich dann noch ein bisschen in die Schlucht weiter rein und fahre dann über Skoura (1. Nacht), einen Bergpass (2.)nach Ouzoud (3.) zu den Wasserfällen, die stehen noch auf meiner Liste, was ich sehen will. Dann in einem oder eher 2 Tagen ans Meer, will die Gegend etwas nördlich von Agadir probieren und Weihnachten am Strand verbringen!!

Herzensergüsse

3 Kommentare

  1. Wie schön Deine Beschreibungen, liebe Andrea! Und alte Erinnerungen werden in mir wach. Beeindruckende Bilder! Hier ists auch kalt … und ich sitze auf einem wunderbaren Akkuwärmekissen- hast Du eines dabei? Ich wünsche Dir einen schönen Platz zu Weihnachten und inspirierende Rauhnächte! herzliche Grüße aus Rimpar- Ulrike

    1. Liebe Ulrike
      nein hab kein Akku Heizkissen aber eine dieselheizung im Bus …5 Minuten in derfrüh gönn ich mir
      Hatt diese Kissen mal im Visier…aber irgendwie dann doch nicht gekauft
      Zum draußen sitzen wenn’s noch so kalt ist wären die eh super
      Gerade ist die Sonne aufgegangen und mit der gehtsdann schnell
      Glg u frohe Weihnachten…werd ich am Strand sein dann

  2. Liebe Andrea erstmal wünsche ich dir ein schönes Weihnachten und eine gute Zeit am Meer. Deine Schilderungen und Fotos erinnern mich sehr an unsere Erlebnisse, das ist ein tolles Land und Du beschreibst es sehr fein . Weihnachten hier war Kinderzeit, das ist das schönste dazu . Lass es dir gutgehen und ich freue mich auf weitere Berichte Udo

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